Lernmaterialien

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Verena Arps-Roelle

Beschreibung

Welche Worte wir benutzen oder nicht benutzen, entscheidet nicht nur über die Wirkung unserer Kommunikation, sondern auch über ihre Bedeutung, Macht und Wahrnehmung.

Worte sind selten eindeutig. Sie tragen Interpretationsmöglichkeiten, Prägungen und Machtdynamiken in sich. Über Worte reproduzieren wir, was als normal gilt und was überhaupt als problematisch verstanden wird. Gerade im Kontext sexualisierter Gewalt wird dies deutlich: Begriffe können verschleiern, demütigen, verschieben oder selbst Gewalt ausüben. Sie machen aus Übergriffen „Missverständnisse“, aus struktureller Gewalt „Einzelfälle“ und aus Betroffenen Menschen, deren Erfahrung infrage gestellt wird. Gleichzeitig können Worte auch entlasten, verbinden und ermächtigen. Dann werden aus Opfern „Überlebende“, aus Mythen werden Fakten und wir erleben Selbstwirksamkeit. Diese Verschiebungen sind entscheidend, auch wenn sie im Alltag oft übersehen oder als „woke“ abgetan werden.

„speak & protect“ macht lesbar, welche Bedeutungen in Worten verborgen sind, wie sie Macht stabilisieren und welche Narrative dadurch entstehen. Um hinter Begriffe zu schauen, ihre Wirkung zu entlarven und benennbar zu machen. Gleichzeitig zeigt das Buch: Worte können aufdecken, klären und stärken. Wer ihre Bedeutung versteht, kann Gewalt klarer erkennen, Realität präziser benennen und Handlungsspielräume zurückgewinnen.

Dieses Buch ist eine Einladung an alle Lesenden,
Bedeutungen zu hinterfragen, zu verschieben, neu zu denken und das Glossar gemeinsam weiter zu schreiben.

Autor/-in