Seminar: BA S Hi/S06/2b Wohnungslosigkeit als soziales Problem und Grundlagen der Wohnungslosenhilfe - Details

Seminar: BA S Hi/S06/2b Wohnungslosigkeit als soziales Problem und Grundlagen der Wohnungslosenhilfe - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: BA S Hi/S06/2b Wohnungslosigkeit als soziales Problem und Grundlagen der Wohnungslosenhilfe
Veranstaltungsnummer BA S Hi/S06/2b
Semester WiSe 2026/27
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 20
maximale Teilnehmendenanzahl 35
Heimat-Einrichtung Stg BA Soziale Arbeit Hildesheim (BA S Hi)
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Lehre
Nächster Termin Donnerstag, 15.10.2026 12:00 - 14:00, Ort: HIB_106a Seminarraum mit Beamer
SWS für Studierende 2

Kommentar/Beschreibung

Das „gute Wohnen“ ist für das Wohlergehen aller Menschen ein grundlegendes Bedürfnis und das „Recht auf eigenen Wohnraum“ gilt als fundamentales Menschenrecht. Es ist allerdings im Grundgesetz des deutschen Sozialstaates bisher nicht verfassungsmäßig als individuell einklagbares Recht verankert. Nach offiziellen Daten der Bundesregierung und der BAG Wohnungslosenhilfe fehlen in Deutschland aktuell mindestens 500.000 bis 700.000 Wohnungen. Vor allem mangelt es an preiswertem Wohnraum für einkommensschwache Gruppen. Zugleich sind die Ausgaben für das Wohnen infolge steigender Mieten und höherer Energiekosten in den vergangenen 3-5 Jahren deutlich gestiegen. Immer mehr Menschen sind gezwungen, über 30% oder gar 50% ihres Einkommens allein für die Sicherung des Wohnraums einzusetzen und geraten so in das Risiko einer Überschuldung. Die Zahl wohnungsloser Menschen nimmt seit 3-5 Jahren deutlich zu. Sie wurde zuletzt mit Stand 2025 nach Daten des Statistischen Bundesamtes bundesweit mit rund. 475.000 Personen angegeben. Von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohungslosenhilfe (BAG W) wird die Zahl auf rund 600.000 Personen geschätzt, wobei auch bei diesem Wert noch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Zudem zeigen sich regional erhebliche Unterschiede.
Diese Befunde bilden den Ausgangspunkt und den Rahmen für das Seminar. Einführend wird die Entwicklung der „Wohnungslosenhilfe“ historisch nachgezeichnet und zentrale Begriffe wie „Nichtsesshaftigkeit“, „Wohnungslosigkeit“, "Wohnungsnotfallhilfe" „Obdachlosigkeit“ usw. werden geklärt. Die sozioökonomischen und politisch bedingten Ursachen von Wohnungslosigkeit und spezifische Risikofaktoren (Niedrigeinkommen, Überschuldung, Arbeitslosigkeit, Trennung/Scheidung, Krankheit/Sucht, u.a.) werden in den Wechselbeziehungen zum Verlust der Wohnung genauer untersucht. Die Grundlagen der stationären und der ambulanten Wohnungslosenhilfe, niederschwellige Ansätze einer „Wohnungsnotfallhilfe“, sowie die zentralen Rechtsgrundlagen der §§ 67ff. SGB XII und des Mietrechts (z.B. der Ablauf einer Räumungsklage) werden vermittelt. Auf der Grundlage dieser Befunde werden dann neuere Konzepte zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit, wie das „Housing First“ und die präventive Miet-/Energieschuldenberatung im Seminar näher vorgestellt.
Ausgehend von den Interessen der Studierenden können weitere Themen, wie z.B. aktuelle Entwicklungen einer „vertreibenden Hilfe“ (Bettelverbote, Aufenthaltsverbote, „defensive Architektur“ …), die Lebenslagen von „Straßenkindern“, sowie geschlechterspezifische Aspekte und die besondere Situation wohnungsloser Frauen mit behandelt werden. Auch Themen wie „Straßenzeitungsprojekte“ („Asphalt“ in Hannover), "Betteln“ als Bewältigungsstrategie und das „Pfandflaschen sammeln“ als Variante der Einkommens- und Existenzsicherung wohnungsloser Menschen sind Themen, die im Seminar aufgenommen werden können – je nach Interesse der Studierenden.
Geplant sind evtl. ein oder zwei Exkursionen, die organisatorisch gemeinsam vorbereitet werden und darin üben, einen Interview- bzw. Gesprächsleitfaden für "Fachgespräche" zu entwickeln. Die Ergebnisse der Exkursionen werden im Seminar gemeinsam reflektiert. Auch „erlebnispädagogische Elemente“ in Form eines „Selbstversuchs“ (z.B. „Übernachten auf einer Parkbank“ oder „Betteln“ im Selbstversuch) sind denkbare Varianten, die im Rahmen von Prüfungsleistungen nach vorheriger Beratung möglich sind.
Da sich in den europäischen bzw. westlichen Wohlfahrtsstaaten derzeit ähnliche Entwicklungen hin zu einer „neuen Wohnungsnot“ und zu stärker repressiven und vertreibenden Formen einer „Wohnungslosenhilfe“ in der Sozialen Arbeit zeigen, bietet das Seminar auch die Möglichkeit, die Grundlagen einer „europäischen Wohnungslosenhilfe“ (Netzwerk FEANTSA) kennenzulernen oder im Rahmen von Prüfungsleistungen einzelne Länderberichte zu verfassen und zu präsentieren.
Ein detaillierter Seminarablaufplan sowie Literaturempfehlungen werden zu Beginn der Vorlesungszeit als Datei in Stud.ip eingestellt bzw. sind dort verfügbar. Die Absprache von Prüfungsleistungen (Referate, Hausarbeiten, Studienarbeiten, Rezensionen …) erfolgt in den ersten drei Sitzungen.
Wichtig: Eine Anmeldung für eine Prüfungsleistung setzt eine regelmäßige Teilnahme am Seminar und eine persönliche Absprache des Themas mit dem Dozenten voraus.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "S06/2".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Die Anmeldung ist möglich von 16.09.2026, 08:00 bis 18.10.2026, 23:59.
  • Folgende Bedingung muss zur Anmeldung erfüllt sein:
    Abschluss ist Bachelor und Studienfach ist Soziale Arbeit (Hi) und Fachsemester mindestens 2
  • Die Anmeldung zu maximal 1 Veranstaltungen des Anmeldesets ist erlaubt.
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze in den betreffenden Veranstaltungen wurden am 21.09.2026 um 12:00 verteilt. Weitere Plätze werden evtl. über Wartelisten zur Verfügung gestellt.
Veranstaltungszuordnung: